PIERCINGSCHMUCK & MATERIALIEN

Die Art und Zusammensetzung des Metalls, aus dem Körperschmuck hergestellt wird, ist entscheidend für die Abheilzeiten eines Piercings. Sehr lange Zeit wurden für den Ersteinsatz Schmuckstücke schlechter Qualität mit hohem Nickelgehalt verwendet. Dies führte im Laufe der Zeit dazu, dass eine Vielzahl von Kunden eine Allergie auf Nickel-Sulfat II (kurz Nickel) entwickelt haben. Der sehr häufig eingesetzte und fälschlicherweise als antiallergisch angepriesene Chirurgenstahl enthält je nach Zusammensetzung zwischen 6 und 20% Nickel. Dies kann dazu führen, dass ein Piercing nur sehr langsam bzw. gar nicht abheilt. Aus diesem Grund halten wir uns streng an die bereits seit 1993 gültige und 2000 novellierte Nickelverordnung (§ 27 des österreichischen LMR und § 3 der Nickelverordnung Bundesgesetzblatt Nr. 204/2000), die den Einsatz von Schmuckstücken, die dazu bestimmt sind bis zur Ausheilung der Wunde im Stichkanal zu verbleiben und einen höheren Nickelgehalt als 0,05 % aufweisen, verbietet. Seit 20. 1. 2000 gilt diese Regelung sogar EU-weit, wird aber von vielen Studios aus Kostengründen ignoriert (Chirurgenstahl ist um vieles billiger als Titan). Da uns die Zufriedenheit und das körperliche Wohlergehen unserer Kunden sehr viel wert sind, verwenden wir für den Ersteinsatz ausschließlich hochwertiges Titan Grad 23 bzw. PTFE (Polytetrafluorethylen – kurz auch Teflon genannt).

 

Hier nun eine kleine Übersicht der Materialien, die für Piercing verwendet werden:

CHIRURGENSTAHL:

Dabei handelt es sich um eine Legierung, die einen relativ hohen Anteil an Nickel (zwischen 6 % und 20 %) und Chrom enthält. Da jedoch immer mehr Menschen eine Allergie auf Nickel entwickeln,  reagierte der Gesetzgeber mit der Verabschiedung einer NICKELVERORDNUNG (diese gilt in Österreich seit 1993). Dadurch wurde der Nickelgehalt von Schmuckstücken, die dazu bestimmt sind, bis zur Abheilung des Piercings im Stichkanal zu verbleiben, mit 0,05 % limitiert. Da Chirurgenstahl dieser Verordnung nicht entspricht, darf er in ein frisches Piercing nicht eingesetzt werden und ist somit für den Ersteinsatz verboten!

TITAN:

Titan ist ein eigenständiges Metall, welches sowohl im Flugzeugbau, der Raumfahrt als auch in der Medizin eingesetzt wird. Es zeichnet sich durch unübertroffene Körperverträglichkeit aus, allergische Reaktionen sind bisher nicht bekannt. Da reines Titan sehr spröde ist, wird in der Schmuckproduktion meistens legiertes Titan verwendet, da es dadurch möglich wird, das Schmuckstück perfekt zu polieren und eine extrem glatte Oberfläche zu erreichen. Je glatter die Oberfläche des Schmuckes ist, desto rascher kann ein Piercing abheilen. Wir verwenden ausschließlich das hochwertige Titan Grad 23. Dieses verfügt über folgende Eigenschaften: –  Korrosionsbeständigkeit: Titan verhält sich neutral gegenüber seiner Umgebung, da es bei Kontakt mit Oxidationsmitteln eine dünne Oxydschicht bildet, die das darunterliegende Material vor Korrosion schützt (d.h. es kann nicht zu rosten beginnen) –  Biokompatibilität: Dies bedeutet, dass dem Körper durch das Verweilen des Schmuckstückes keine negativen Einflüsse entstehen.

 

PTFE (POLYTETRAFLUORETHYLEN – TEFLON):

PTFE ist ein medizinischer Kunststoff, der nickelfrei, hoch flexibel, antiadhäsiv (Schmuck kann nicht mit Sekret und Gewebe verkleben, wodurch ein Aufreißen der Wundränder vermieden wird) und biokompatibel ist und zudem über eine extrem glatte Oberfläche verfügt. Durch die besonderen Eigenschaften von PTFE (Flexibel, Antiadhäsiv, Biokompatibel und glatte Oberfläche) können zum einen die Abheilzeit eines Piercings deutlich reduziert (mehrere Wochen bis Monate) sowie zum anderen der Tragekomfort für den Kunden deutlich erhöht werden. Deshalb ist es für viele Piercings (in Kombination mit Titanverschlüssen) das derzeit beste Ersteinsatzmaterial.

GOLD:

Gold ist eines der edelsten und teuersten Metalle der Welt. Daher wird es in verschiedenen Legierungen verarbeitet, die jeweils einen unterschiedlichen Anteil Gold enthalten. (z.B.: 585er Gold enthält 585 Teile Gold, 750er Gold enthält 750 Teile Gold in der Gesamtlegierung) Bei der Verwendung als Piercingschmuck sollte mindestens 18 karätiges Gold (=750er Gold) verwendet werden, da darunter der Kupferanteil zu hoch ist. Dies kann zur Entstehung von Allergien führen. Durch die Unterschiedliche Zusammensetzung der Legierung entsteht entweder Geld- (durch den Kupferanteil), Rot- (durch einen relativ hohen Kupferanteil) oder Weißgold (durch sehr niedrigen Kupferanteil und Verwendung von Platin in der Legierung).

SILBER:

Silber sollte keinesfalls als  Ring bzw. Stift direkt in den  Stichkanal eingesetzt werden. Bei einem neuen Piercing beginnt Silber durch die Wundflüssigkeit zu oxidieren (=rosten). Dies kann bis zur Sepsis (=Blutvergiftung) führen. Gegen Silberschmuck in Form von Anhängern oder Navelshields ist absolut nichts zu sagen, solange kein Direktkontakt zum Stichkanal besteht. Silber ist ebenfalls leicht nickelhaltig, darf aber aufgrund des Nickelgehaltes von unter 0,05% als nickelfrei verkauft werden. Bei schweren Nickelallergikern kann auch dieser niedrige Nickelgehalt bereits zur Auslösung einer Allergie führen.

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